Podcastcover der Episode „Führung zwischen Linie und Projekt – Linienführung im Spannungsfeld von Projekten und Sonderaufgaben“ des Podcasts „Führung in komplexen Systemen | Macht. Muster. Struktur“ mit Netzwerk-Grafik auf blauem Hintergrund.

In vielen Bereichen ist es selbstverständlich geworden, dass Mitarbeitende ihre Linienaufgaben mit Projekten und Sonderthemen verbinden. Kalender füllen sich mit Projektrunden, Abstimmungen und Ad-hoc-Terminen, während die klassische Teamrunde der Linie immer häufiger zwischen andere Verpflichtungen rutscht. Mitarbeitende sprechen häufiger über „wir im Projekt“ als über „wir im Team“ und die Linien-Führungskraft fühlt sich schnell nach zweiter Reihe. Formal verantwortlich, aber in einem Alltag, der zu großen Teilen woanders stattfindet, während die klassische Teamrunde der Linie immer häufiger zwischen andere Verpflichtungen rutscht.

In dieser Folge von „Führung in komplexen Systemen | Macht • Muster • Struktur“ gehe ich der Frage nach, wie es zu diesem Eindruck kommt. Es geht um Steuerungslogiken, die Projekte für eine Zeit in den Vordergrund rücken, um unausgesprochene Reihenfolgen zwischen Linie, Projekt und Sonderaufgaben und um die besondere Situation von Team- und Gruppenleitungen, die selbst operativ mitarbeiten und damit im gleichen Spannungsfeld stehen wie ihre Mitarbeitenden.

Gleichzeitig rücke ich das Fundament in den Blick, das Teams mitbringen: gewachsene oder eben fehlende gemeinsame Ausrichtung, Klarheit über den Zweck des Teams, Absprachen zu Übergaben und Vertretungen, eine Kultur, in der Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung tatsächlich erlebt werden.

Auf dieser Grundlage verschiebt sich der Blick weg von der Frage, ob Führung in der Linie überhaupt noch eine Rolle spielt, hin zu der Frage, wo sie in diesem Gefüge ansetzen kann. Diese Podcastfolge zeigt, wie man im eigenen Verantwortungsbereich Sprache, Formate und Entscheidungen so gestaltet, dass Zugehörigkeit wieder spürbar wird ohne die Projektlogik zu negieren oder schnelle Lösungen zu versprechen. Es geht um überschaubare, aber wirksame Änderungen: Teamzeiten, die mehr sind als Statusrunden, Gespräche, in denen die Lage als Ausdruck von Macht, Mustern und Strukturen beschrieben wird, und eine Führungskraft, die dem Team Orientierung gibt und Entwicklung ermöglicht, damit das Pendeln zwischen Linie, Projekten und Sonderaufgaben überhaupt möglich wird.