Podcast-Cover von „Führung in komplexen Systemen │ Macht • Muster • Struktur“ mit hellem Hintergrund in warmen Tönen, einer feinen Spiralgrafik und einem Porträtfoto von Dr. David Bausch. Darauf stehen der Episodentitel „Die Zukunft lässt sich nicht managen“ und der Untertitel „Ein Gespräch über Organisationen unter Druck und die Arbeitswelt der Zukunft mit Dr. David Bausch“.

Die Arbeitswelt der Zukunft lässt sich kaum vorhersagen. Dr. David Bausch sagt sogar, wer heute genau wisse, was in 15 Jahren gilt, sei als Experte kaum ernst zu nehmen. Beobachten lässt sich aber, was Organisationen heute unter Druck tun. Viele greifen zu dem zurück, was früher einmal funktioniert hat.

In der neuen Folge von „Führung in komplexen Systemen | Macht • Muster • Struktur“ spreche ich mit David über dieses Muster. Er nennt es organisationale Regression und überträgt damit ein menschliches Verhalten auf Organisationen. Menschen fallen in stressigen Phasen in alte Gewohnheiten zurück. Organisationen rufen ihre Leute zurück ins Büro und passen den Qualifizierungskatalog an wie jedes Jahr.

David kennt Theorie und Praxis. Er ist Organisationsberater und Autor, lehrt an der Hochschule Mainz und begleitet seit vielen Jahren Transformationen in einer großen Organisation. In seinem Buch „Das Ende der Arbeitswelt, wie wir sie kannten“ beschreibt er fünf Handlungsfelder, die ineinandergreifen. Im Gespräch wird das am Lernen deutlich. Wer Lernen strategisch verankern will, muss Führung und mentale Gesundheit mitdenken.

Was verlangt die Arbeitswelt der Zukunft dann von Führung? David erwartet, dass Führungskräfte schon in wenigen Jahren neben ihren Mitarbeitenden auch KI-Agenten steuern. Seine Vorlesung beginnt er mit dem Satz „Change-Management gibt es nicht“. Lebendige Systeme lassen sich aus seiner Sicht nicht von A nach B managen. Führung schafft Rahmenbedingungen, die ein bestimmtes Verhalten ermöglichen. Ob es eintritt, bleibt offen.

Im weiteren Gespräch geht es um Mitarbeiterbefragungen und um den Unterschied zwischen Arbeit und Beschäftigung. Viel Raum bekommt die Selbstführung, weil David sie als Voraussetzung dafür sieht, andere zu führen. Er erklärt auch, weshalb er 80 Prozent der Menschen eine verhaltensbezogene Psychotherapie empfehlen würde.

Seinen Wunsch an Organisationen und Führungskräfte formuliert er zum Schluss. Er wünscht ihnen den Mut, neue Wege zu gehen, weil Kultur für ihn ein Spiegel des gelebten Verhaltens ist.