
Führen mit Haltung klingt selbstverständlich. Doch wenn der Druck steigt, greifen Menschen und Organisationen zu dem, was sie kennen und womit sie in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Die Anordnung, wieder an vier Tagen pro Woche ins Büro zu kommen, ist dafür ein bekanntes Beispiel. Unter Druck zum Bekannten zu greifen, ist menschlich. Für Probleme, die es so noch nie gab, hat uns die Vergangenheit aber oft keine passende Lösung mitgegeben.
In der neuen Folge von „Führung in komplexen Systemen | Macht • Muster • Struktur“ gehe ich der Frage nach, woher Führungskräfte ihre Sicherheit nehmen, wenn scheinbar alles gleichzeitig in Bewegung ist. Ich knüpfe damit an mein Gespräch mit Dr. David Bausch in der vorherigen Folge an. Er beschreibt den Rückfall in alte Muster als organisationale Regression.
In dieser neuen Folge schaue ich auch darauf, was unter Druck in uns passiert und unterscheide zwei Arten von Bekanntem: Stabilitätszonen, die Menschen bewusst Halt geben und Reflexe, die ablaufen, bevor jemand entschieden hat. Aktuelle Studien zeigen, was der Griff zum Bekannten bei der Präsenzpflicht kostet.
Im Mittelpunkt steht authentische Führung nach Bill George mit dem Bild des inneren Kompasses und seinen fünf Dimensionen. Führen mit Haltung bedeutet dabei Beweglichkeit. Wer die eigene Sicherheit aus den eigenen Werten zieht, kann den Führungsstil an die Lage anpassen und Neues ausprobieren, ohne sich selbst zu verlieren.
Zum Schluss gibt es Impulse für den eigenen Führungsbereich und Gedanken für Vorstände und Geschäftsführungen, bei denen die Erwartungen vieler Seiten zusammenlaufen.
Zahlen aus der Folge
- FTI Consulting und Quadriga Hochschule Berlin: Communications Heatmap 2025.
- Universität Konstanz: Konstanzer Homeoffice-Studie 2025, Bericht bei Haufe.
- Bloom, Han und Liang (2024): Hybrid working from home improves retention without damaging performance. Nature.
Zum Weiterlesen
- Bill George (2007): True North
- Herminia Ibarra (2015): The Authenticity Paradox.
